Klassenreisen - wie Herkunft Karriere macht

Warum machen immer noch mehr Akademiker*innen-Kinder Abitur als junge Menschen aus nicht-akademischen Familien? Und wie kommt es, dass nur etwa 10 Prozent der Professorinnen und Professoren an deutschen Hochschulen aus Arbeiter*innenfamilien kommen? Warum empfehlen Lehrer*innen häufiger Kindern aus Akademiker*innen-Familien das Gymnasium? In Deutschland ist der Zusammenhang zwischen Herkunft und Berufslaufbahn besonders eng verknüpft. „Das ist nichts für mich“ denken immer noch viel zu viele Menschen, deren Eltern nicht studiert haben. Klassismus – also Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft – wurde lange nicht thematisiert, dabei ist das Thema sehr wirkmächtig.

Dr. Isabell Lisberg-Haag – Erstakademikerin und Diversity-Expertin – spricht mit Menschen, die selbst „Klassenreisende“ sind, mit Personen, die sich dafür einsetzen, dass sich die Mechanismen von Diskriminierung ändern, mit all denjenigen, die wollen, dass wir unsere unbewussten Vorurteile entdecken und reflektieren und mit denen, die sich für Chancengerechtigkeit einsetzen.

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Seit zehn Jahren leitet Markus Kottmann das bundesweit einmalige „Zentrum für Talentförderung“ in Gelsenkirchen. Das Team arbeitet mit über 600 Schulen und 27 Hochschulen in NRW daran, jungen Menschen Mut zu machen. Über 100 Talentscouts gehen in Schulen, fragen nach Visionen und begleiten Schüler*innen sie bei ihrem Weg in eine Ausbildung oder zu einem Studium. Er erzählt, warum ein Verkehrsticket für manche junge Menschen der erste Schritt für eine persönliche Weiterentwicklung ist.

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Britta Lammers ist Lehrerin an einem Oldenburger Gymnasium. Als erste in der Familie, die studiert hat, ist sie besonders sensibel, wenn es um das Thema Bildungserfolg geht. An vielen Beispielen aus dem Schulalltag macht sie deutlich, dass häufig nicht das erworbene Wissen in der Schule, sondern Dinge aus dem Elternhaus bewertet werden. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber armutsbetroffenen Familien zeigt sich durch Bemerkungen, die schonmal im Lehrer*innenzimmer fallen. Sie fordert systemische Änderungen und eine Klassismus-sensible Ausbildung.

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Nicole Thräner arbeitet seit fast drei Jahren bei Arbeiterkind und leitet dort das Berufseinstiegsprogramm. Ihre Lehrerin unterstützte sie nicht bei ihrem Wunsch, auf’s Gymnasium zu gehen. Sie machte ihren ganzen Weg allein, schrieb sich heimlich an der Uni ein und zog es durch. Ihre Botschaft, an alle: Seid stolz, auf das, was ihr bisher geschafft habt!